Donnerstag, 25. September 2008

Sendung v. 30.9.08 / Doppelfolge 6

Die geistige Heimat / Folge 6
BR - Nachtstudio
ammer


* Intro-Musik: Dusty Springfield „Windmills of your your mind“; nach 51“ (beim Neuigkeiten aus den Nordprovinzen.
2 Die geistige Heimat. Heute mit soviel Geld wie nie, mit neuen Staaten und Kandidaten auf unserem Planeten, der wieder Erwarten nicht verschwunden ist. War da was?
1 Wo?
2 Na hier! In diesem Land, auf unserem Planeten, in unseren Köpfen?
1 In unserer Heimat ...
2 ... mit unserem Geist.
1 „Die geistige Heimat“ – Spätausgabe 2/08 findet heraus, was die Welt in diesem langen Sommer, der keiner war, zusammen hielt, und was sie vor dem Untergang bewahrte ...
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 „Die geistige Heimat“ – Eine Viertelstunde Radio für die Ewigkeit der Gefühle. Weltgeschichte im Alltagstest. Unser Kolumnist ...
A Guten Abend!
1 ... vergibt bis zu fünf Ewigkeitspunkte an die größten Ereignisse des letzten halben Jahres. Eine Welt, die um ein Haar nicht in schwarzen Löchern untergegangen ist, bewegte sich träge durch das Sommerloch!
2 Wir gehen zurück!
1 Und suchen Ereignisse, die nur dann Erwähnung finden, wenn sie noch wichtiger sind als eine Landtagswahl in Bayern.
2 Ein weltgeschichtlich völlig überschätztes lokalpolitisches Scheinereignis bei T minus 2, also vor genau 2 Tagen?
1 Exakt O Punkte würde die in ihrer kosmischen Bedeutungslosigkeit von der „Geistigen Heimat“ bekommen!
2 Wenn sie hier überhaupt erwähnt werden würde.
A Wird sie aber nicht.
1 Um wahre welthistorische Größe zu demonstrieren, lohnt es sich immer wieder, die erste Septemberhälfte zu erleben. Da sind alle aus dem Urlaub zurück und es lässt sich etwas Geschichte machen.
2 Fast genau 7 Jahre nachdem zwei Flugzeuge zwei Wolkenkratzer des Welthandelszentrums zum Einsturz gebracht hatten, brachte sich in diesem Jahr der Welthandel selbst und ohne Terroristeneinwirkung zum Einsturz.
1 Wir schreiben T minus 15, den 15. September. An der Wall Street meldet die Groß-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an; andere Banken werden aufgekauft oder brauchen ein paar Milliarden um flüssig zu bleiben.
2 700.000 Millionen Dollar will die USA zuschießen um die Banken zu retten. Unser Kolumnist, der - wie schon häufiger erwähnt - selbst zum Aktienhandel zu blöd ist, fragt:
A Wieso?
1 Er kann sich allerdings die berühmte „klammheimliche Freude“ nicht verkneifen. Wie konnten ...
2 – fragt sich jemand, dessen Kontakt zu den Finanzmärkten nur am Geldautomaten stattfindet –
1 Wie konnten all die viele Millionen verdienenden, supergenialen Finanzvorstände und Aktienleerverkaufsjongleure, die noch nie in ihrem Leben etwas anderes geschaffen haben als eine Zahl auf ihren Computerbildschirmen, wie konnten die irren?
2 Und wieso ist es eine Krise, wenn Menschen, die irrwitziges Geld verdienten, ohne selbst welches zu riskieren, ... Wieso ist es ein Problem, wenn diese Menschen oder Banken das fiktive Geld, dass sie eh nur als Zahl auf einem Computer kannten, jetzt nicht mehr besitzen?
1 Und wieso redet jedermann über ehemals überbezahlte, heute entlassene Broker, aber niemand über die vielen Tausenden von diesen Brokern in den Ruin getriebenen Familien, die aus ihren Häusern ausziehen müssen?
2 Wo bleibt der Klassenkampf?
1 Der Aufschrei!
2 Wir tun das unsrige: Unser Kolumnist vergibt die Höchstnote, 5 Ewigkeitspunkte für den Untergang der Investmentbank Lehman Brothers.
A Und noch mal 5 für die Schwierigkeiten der anderen
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Einen Tag bevor die Banken untergingen, bewies allerdings ein einziger Mensch, dass es irgendwo auf der Welt noch Geld geben muß. Damien Hirst, ein mittelguter Künstler aus England, der rund 100 Angestellte hat, die seine Werke herstellen, veranstaltet in London eine Aktion, bei der Hirst mit dem Verkauf von Imitaten seiner eigenen Kunstwerke an zwei Tagen 140 Millionen Euro verdient.
2 Mit dem Geld könnte sich Hirst sicherlich die eine oder andere Investmentbank leisten
A 1 Punkt ... allein für die Frechheit
2 Wir aber gehen zurück.
A ... aber nur eine kleine Weile ...
1 ... und bleiben noch im für die „Geistige Heimat“ goldenen September. Bei T minus 20. Denn beinahe wäre es ja nicht zum Bankencrash gekommen, weil vorher die ganze Welt fast untergegangen wäre.
2 Wobei „Untergang“ nicht das richtige Wort ist
1 Man sollte eigentlich von „Verschwinden“ reden.
2 An diesem Mittwoch ist jedenfalls die Welt dem Verschwinden entronnen.
1 Und das ging so: An diesem Tag wurde die weltgrößte Maschine in Betrieb gesetzt. Sie hört auf den Namen LHC, was „Large Hadron Collider“ heißt und übersetzt „Teilchenbeschleuniger“ bedeutet.
2 Einige Experten hatten errechnet, dass bei Inbetriebnahme dieser 27 km langen Anlage bei Genf kleine „Schwarze Löcher“ entstehen könnten, die erst die ganze uns bekannte Welt und gleich darauf das ganze Weltall verschlingen würden.
A Wow!
1 War aber nicht?
2 Noch ist die Gefahr ja nicht gebannt, weil der Teilchenbeschleuniger wegen technischer Probleme mit der Kühlung wieder abgeschaltet werden mußte.
A Schon wieder 5 Punkte für das Verschwinden der Welt.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Demgegenüber ist der Rest der Weltgeschichte natürlich nur noch Fußnote ...
2 ... nur ein Träne im Ozean der wahren kosmischen Ereignisse
2 Zum Beispiel das der unterdrückten Tränen von Kurt Beck, Ex-SPD-Parteichef.
1 Zumindest besaß dieses Ereignis eine gewisse emotionale Tiefe, die es für die „Geistige Heimat“ qualifiziert. Es geschah bei T minus 23: An einem Wochenende, an dem eigentlich nicht so richtig etwas geschehen wollte,
A ich glaube gar, es regnete in Bayern,
1 ... trat der so genannte „Provinzpolitiker“ Kurt Beck plötzlich von der bundesrepublikanischen Bühne ab und als SPD-Vorsitzender zurück.
2 „Die geistige Heimat“ fasziniert an diesem Ereignis nicht der beliebige Wechsel von einem politischen Stiernacken zum anderen, sondern die Rekordzeit mit der ein Autor seine Autobiographie reißwolffertig gemacht hat.
1 Kurt Becks Autobiographie „Ein Sozialdemokrat“ sollte exakt heute T minus null erscheinen und der Autor selbst machte schon vor dem Erscheinen aus dem fertigen Buch ein romantisches Fragment.
A Na gut: 2 Punkte. Wir gehen zurück:
2 Und zwar einen Monat, T minus 31. Die Welt schreibt den 29. August und Alaska wird über Nacht zum wichtigsten Land der Welt.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Schon wieder ist es eine Kandidatin, die uns erregt: Diese, eine gebärfreudige Gouverneurin des Bundesstaates Alaska, die ihre Eiswüsten gerne mit dem Weißen Haus vertauschen würde.
2 Zum welthistorisch bedeutsamen Ereignis wird diese Provinzposse allerdings nur im Zusammenhang mit der zeitgleichen Meldung vom deutschen Forschungseisbrecher „Polarstern“. Dieser meldet am selben Tag aus den Meeren nördlich Alaskas, das zum ersten Mal seit Menschengedenken die Nordost und die Nordwestpassage zugleich eisfrei sind.
2 Damit ist Alaska plötzlich der Nabel der Welt, die nordländische Kandidatin Herr über so etwas wie den Suez-Kanal und die bald darauf um ein Haar verschwundene Welt auch so wieder ein Stück kleiner geworden.
A Das gibt zusammen 2 Punkte
1 Weiter mit Sport!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 T minus 36. Bei ihren Heimspielen, bei denen die Gastgeber sogar das Wetter für die Eröffnungsveranstaltung zensierten, gewannen die Chinesen exakt 100 Medaillen. Ein Amerikaner gewann 8 mal und ein mit Süßkartoffeln gedopter Schnell-Renner aus Jamaika schaffte in ein paar Sekunden 3 Weltrekorde für die Ewigkeit.
1 Ansonsten bewiesen die Chinesen bei diesem Anlass, dass totalitäre Staaten die besseren Shows inszenieren können. Allerdings ahnte man das schon 1936, wo man bekanntermaßen den Fackellauf erfand. Der neue Herr Riefenstahl heißt Zhang Yimou. Er inszenierte die Eröffnungsfeier in Peking, die allein in China angeblich von 842 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt wurde.
2 Proteste gab es nur vereinzelt und eher pflichtschuldig. Auf dem von der chinesischen Regierung eingerichteten Protestplatz mussten keine Veranstaltungen genehmigt werden, weil – so die Regierung – alle Missstände, gegen die hätte protestiert werden können, vor dem Protest durch die chinesische Verwaltung gelöst wurden.
A 1 Ewigkeitspunkt für eine funktionierende Verwaltung.
1 Nur mit dem olympischen Frieden klappte es nicht. Am Tag der olympischen Eröffnungsfeier, T minus 53, lernte die Welt zwei neue Landstriche kennen: Südossetien und Abchasien, kleine Landschaften im Südkaukasus, sind plötzlich in aller Munde, weil sie auch ein buntes Land auf der Weltkarte sein möchten. Die Russen – froh endlich mal wieder ein paar Soldaten bewegen zu können – greifen daraufhin Georgien an; die USA sind zu weit weg und ärgern sich.
2 Wenn das keine Punkte gibt.
A Vier, mindestens. Nur Südossetien kann ich mit meinem Sprachfehler nicht aussprechen. Wir gehen zurück
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Zwei Monate: T minus 61 Tage, Türkei. Ein Nicht-Ereignis: Denn in der Türkei wurde die - immerhin demokratisch gewählte - Regierungspartei laut Beschluss des Verfassungsgerichtes NICHT verboten. Zwar stimmte die Mehrheit der Richter – 6 von 11 – dafür. Allerdings wäre für das Verbot eine Mehrheit von 7 Stimmen nötig gewesen.
1 Stimmen wir ab, wie viel Punkte das gibt!
2 Ich bin für 4
1 Ich für 0 Punkte, weil die Türkei mir egal ist.
A Und ich vergebe exakt 3, weil ich hier der Chef bin. Wir gehen zurück:
2 Bis T minus 63. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde die CDU größte deutsche Partei. Weil Kurt Beck zu diesem Zeitpunkt noch nicht zurückgetreten war, überholte sie am 28.7. dieses Jahres mit gut 530.994 Mitgliedern zum ersten Mal in der Geschichte unserer Republik die SPD.
1 Das interessiert keinen. Was die Leute politisch interessiert, das ist die Lichtgestalt, der Heilsbringer, der Allesänderer, kurz der Obama, den bei T minus 65 ungefähr 200.000 Deutsche an der Berliner Siegessäule zujubeln, weil er die Plattitüde ausspricht, Amerika müsste mit Europa zusammenarbeiten.
2 Obwohl der Barack dabei weder einen Satz wie „Ich bin ein Berliner“ oder „Tear down this wall“ zustande brachte, waren die Deutschen beseelt und begeistert.
1 Allein deshalb vergeben wir gerührt 4 Punkte für ein Ereignis, das welthistorische eine Null war.
1 Übertroffen wurde es dabei nur durch ein Ereignis, das unter allergrößter Anteilnahme der Republik vonstatten ging, aber heute, 91 Tage später schon so gut wie vergessen, sprich verdrängt wurde. An einem schönen Tag Ende Juni verlor die deutsche Nationalmannschaft das Finale der Fußball-Europameisterschaft verdient 0:1.
2 Das Eigenartige an diesem Ereignis, auf das die Republik zuvor jahrelang gewartet hatte, ist, dass es jetzt im Nachhinein so gut wie keine Rolle in unserem Emotionshaushalt spielt. Es ist fast so, als hätte Deutschland nicht verloren, weil das Spiel gar nicht stattgefunden hat.
A Wir lernen daraus, dass es verlorenen Fußballspielen in unserer geistigen Heimat nicht viel anders geht als einstmals verlorenen Kriegen.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Ganz anders gelagert ist das Ereignis bei T minus 112. Dieses wurde schon gleich von Beginn an nicht so recht wahrgenommen, wird aber unser alltägliches Leben auf das Nachhaltigste ändern. Ab diesem Tag weiß der Staat alles.
2 Denn da geschah etwas, dass – hätte es 40 Jahre früher stattgefunden – die Gemüter der Republik und der Journalisten und aller fortschrittlichen Kräfte bis zum Straßenkampf erregt hätte. Es ist der Tag, an dem die Bundesregierung beschloss, im allgegenwärtigen „Kampf gegen den Terrorismus“ die heimliche Online-Untersuchung von Computern zuzulassen.
2 Und auch hier erübrigt sich die Frage nach der unterlassenen Kulturrevolution, nach den Protestaktionen, nach den Resolutionen, den erregten Studenten, oder sei es nur der lang anhaltenden öffentlichen Diskussion.
A Die Frage verhallt ungehört; deshalb zur Ermahnung: 5 Ewigkeitspunkte
2 Und da unser Kolumnist an diesem Tag alle Daten von seinem Computer gelöscht hat, können wir über alle noch weiter zurückliegenden Ereignisse nichts mehr berichten. Gar nichts.
1 Da muß die Zukunft helfen: Mehr von Klassenkampf und Schmonzetten, Kriegen und verschwindenden Welten im nächsten Quartal. –
* Outro-Musik „King’s Sisters“ Ende (Die letzten 33“) von „Windmills of your your mind“ *

Freitag, 14. März 2008

Sendung v. 18.3. ('Arbeitsmanuskript)

Die geistige Heimat / Folge 5
BR - Nachtstudio
ammer


* Intro-Musik: Dusty Springfield „Windmills of your your mind“; nach 51“ (beim Refrain) ausblenden; darüber der Text *
1 Die Macht legt sich ins Lotterbett der Schönheit, der Reichtum bringt sich in Sicherheit vor dem Mob, eine mutige Frau bringt eine Partei zum Äußersten und ein einsamer Kämpfer raucht vor der Tür seine letzte Zigarette.
2 War da was?
1 Wo?
2 Na hier! In diesem Land, auf unserem Planeten, in unseren Köpfen?
1 In unserer Heimat ...
2 ... mit unserem Geist.
1 „Die geistige Heimat“ – Ausgabe 1/08 findet heraus was Dieter Bohlen und Carla Bruni gemeinsam haben und was Obama von Ypsilanti lernen kann ...
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 „Die geistige Heimat“ – Eine Viertelstunde Radio für die Ewigkeit der Gefühle. Weltgeschichte im Alltagstest. Unser Kolumnist ...
A Guten Abend!
1 ... vergibt bis zu fünf Ewigkeitspunkte an die größten Ereignisse des letzten Vierteljahres. Diesmal war richtig was los!
A Wir gehen zurück!
2 Und wissen vor lauter Chaos gar nicht, an welchem Tag es losging, dass eine mutige Politiker in mit einem griechisch phanariotischen Namen ...
1 phanariotisch?
2 Ja, Ypsilanti – so zeigt ein Blick ins digitale Lexikon - ist ein phanariotischer Name. Phanar war der Amtssitz des grichisch-orthodoxen Patriarchen. Die Familie Ypsilanti bekleidete seit dem 18. Jahrhundert hohe Staatsämter im osmanischen Reich.
1 Und genau daran zerbricht jetzt die SPD?
2 Eher an ihrer Unfähigkeit, sich selbst noch im Spiegel als linke Partei anzusehen. Das nämlich macht statt ihrer und nicht ganz ohne demokratischen Erfolg jetzt eine andere Partei.
1 Nur Andrea Ypsilanti und ihre hessische SPD wäre ganz gerne noch etwas links und unabhängig.
2 Ganz wie ihr Namensvetter Demetrios Ypsilanti, der es im griechischejn Unabhängigkeitskrieg gegen die Türken zum General brachte.
1 Damit hat allerdings nichts zu tun, dass der deutsche Innenminister in den Schulen seitletzter Woche T minus 5 Islamunterricht anbieten will.
A Als ob es nie eine Aufklärung gegeben hätte ...
2 ... ächzt unser Kolumnist, der Ethikunterricht für alle Konfessionen jeglicher religiösen Sektiererei vorziehen würde.
1 Wieveil Punkte für Ypsilanti?
A Soviel Punkte, wie die SPD bei der nächsten Wahl Prozente bekommt, wenn sie so weitermacht.
2 Also 5?
A Exakt. Wir gehen zurück!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *

1 T minus 34 – ist es wirklich schon so lange her, dass der Staatsanwalt beim Postchef, dessen Zinseinkünfte so gering waren, dass sie unter den Sparer-Freibetrag fielen, zur Steuer-Razzia anrückte?
2 Wir wunderten uns damals darüber, dass etwas, das jeder wusste, dass nämlich die Reichen in dieser Republik nur mäßig Steuern zahlen, weil sie ihr Geld gerne in Liechtenstein oder in obskuren Firmen parken, dass das wirklich verboten ist und endlich verfolgt wird.
1 So war nicht der Skandal das skandalöse, sonder allein der Umstand, dass wirklich – dank BND und einiger weniger als halblegal bezahlten Millionen für Informanten – wirklich ein Exempel statuiert wurde.
2 Gerechtigkeit für uns kleine Steuersünder, die wir brav von der Steuerfahndung getriezt werden, kündigte sich an. Aber Gerechtigkeit ist leider keine historische Dimension für die „Geistige Heimat“, also vergibt unser Kolumnist:
A Nur 2 Punkte!
1 ... für die aufgedeckten Liechtenstein Deals unserer Finanzelite. Obendrein vermisst unser Kolumnist bis heute all die anderen, versprochenen Razzien.
A Wir gehen zurück. Es gab Dinge, die die geistige Welt schneller bewegten!
2 Um die Zukunft von Ex-Postchef muß man sich keine Sorgen machen: Er ist au freiem Fuß, die Steuerschulden hat er aus der Portokasse beglichen und gerade bewirbt er sich als Aufsichtsrat bei einer Touristikfirma.
1 Mit Fahrten in angrenzende Zwergstaaten kennt er sich ja aus.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 T minus 42. Der Globus fieberte einem Dienstag entgegen, der von den Amerikanern unbescheiden „Super Tuesday“ genannt wird. Er sollte endgültig Gewissheit bringen, ob Barack, der Schwarze, oder Hillary, die Weibliche, Kandidat der Demokratischen Partei in Amerika werden soll, kann, darf oder muß ...
2 Es kam, wie es noch nie kam: Es fiel damals keine Entscheidung, so wie bis heute noch keine gefallen ist. Hillary ging am „Super Tuesday“ knapp in Führung, um diese dann wieder zu verlieren. Vor allem aber verlieren die Amerikaner: nämlich langsam die Lust an dem endlosen Duell. Soviel Demokratie war da drüben lange nicht mehr.
A Alle Punkte der Kolumne für Obama!
1 Ich notiere 5! Wir gehen zurück: zu T minus 45.
2 Ein Tag wie er nur in Frankreich möglich ist. Der etwas präpotente Kraftmeier aus dem Elysee-Palast heiratet ein bekanntes Ex Modell, das zuvor bereits einige äußerst erfolgreiche Karrieren als Millionenerbin, Model, Sängerin und Groupie hingelegt hatte.
1 Das Jahresgehalt von Carla Bruni, die aus einer wohlhabenden italienischen Industiellenfamile stammt, soll bereits in den neunziger Jahren über 7 Millionen Dollar betragen haben. Danach startete die Schöne noch eine Karriere als nicht ganz unbegabte Sängerin. Sie hatte sogar Nummer 1 Hits und ein erfülltes Sexualleben. Man munkelt
2 ... unter anderem! ...
1 ... von Affären mit Mick Jagger, Eric Clapton, Donald Trumpp, Sean Connery und Kevin Costner.
A Das ist zuviel des Guten!
1 ... meint dazu unser Kolumnist.
2 Und beklagt sich etwas, dass so etwas in Deutschland undenkbar wäre.
1 Würde es doch bedeuten, dass Angela Merkel ihren Mann verlässt und offensiv zu ihrer romantischen Beziehung zu Dieter Bohlen steht, um ihn daraufhin in Polen in einer evangelischen Kirche zu heiraten.
A Schon wieder: Volle Punktzahl!
1 ... vergibt unser Kolumnist für die französische Hochzeit von Geld, Macht, Musik und Schönheit.
2 5 Punkte: Vor allem weil Sarkuzy und Bruni sich weltweit zum Botschafter der freien Liebe machten, indem sie als unverheiratetes Paar zuerst in Ägypten die islamistischen Moralwächter auf den Plan riefen, dann auf ihrer Liebestour um die Welt saudiarabische Diplomaten umsonst fordern ließen, dass der französische Präsident – Zitat –
1 „seine Herzensdame aus religiösen Gründen zu Hause lassen“ solle
2 ... und schließlich die indische Regierung in Verlegenheit brachten, weil auch das dortige Protokoll keine Besuche von unverheirateten Paaren vorsehe.
A Wahre Liebe findet einen Weg. Ich bleib dabei: 5 Punkte mit Herz!
2 Was bleiben wird, ist die sentimentale Erinnerung, dass Macht auch mit Kraft, Sex, Romantik und Heldentum zu tun hat und nicht nur mit Bigotterie und Heuchelei.
1 Wir gehen zurück:
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 T minus 50: Schon wieder: die Hessenwahl!
1 Oh nein! Solange geht das schon?
2 Bei der Landtagswahl in Hessen gewinnt keine Partei die Mehrheit, keine kann regieren. Die CDU nicht, die mit ihrem dummdreisten Wahlkampf verlor, die SPD nicht, die mit ungeschickten Wahlversprechen etwas gewann. Die kleinen Parteien nicht, weil die eine nicht mit jener und jene nicht mit dieser Partei regieren will oder kann. Ein dümmlicher Kleinkrieg um Versprechen und Prinzipien beginnt, in dem niemand gewinnen will oder kann. Wir lernen daraus,
a ... dass in Deutschland alle Partein zu blöd zum Regieren sind. Basta! Kein Wort mehr. Das Thema nervt. Carla Bruni in den Hessenrat.
2 Man stelle sich nur vor, mit welch kolossaler Geste ganz nebenbei Sarko die Führungskrise von SPD-Beck beendet hätte.
1 Nicht auszudenken!

2 Wir gehen zurück.
1 Das nächste Ereignis – nur einen Tag früher - hatten wir schon fast Vergessen: T minus 51 - Den Ausbruch eines Volkes aus seinen Grenzen. Am 26. Januar reißt die Hamas die Mauer nach Ägypten ein. Palästinenser stürmen das Nachbarland auf der Suche nach Lebensmitteln, billigen Kühlschränken und allem, was ein Mensch zum Leben braucht.
2 Kurzzeitig wagt man an den Fall der deutschen Mauer zu denken und daran, dass da drunten in jenem Open-Air-Gefängnis Palästina plötzlich alles gut werden könnte, so wie in Deutschland mit dem Fall der Mauer plötzlich alles so etwas wie gut wurde, ...
1 ... aber natürlich war das nur ein unhistorischer Traum, der ein Nichts an Wahrheit in sich trägt. Seitdem wurden die Bomben nur schwerer und der Krieg noch permanenter. Was für ein Elend, was für eine schwache Welt, die diesen Konflikt, der um ein wenige Kilometer breites Stück Land geführt wird, nicht beenden kann.
2 Wahrscheinlich hätte für die Rüstungskosten, die diese Auseinandersetzung seit Jahrzehnten verschlingt, jedem Palästinenser ein schickes Haus mit Grundstück im Grünen irgendwo anders auf der Welt spendiert werden können. Aber nein: die Welt, die überall voller Wunder und Schönheit ist, streitet sich um ein staubiges, verdrecktes Stück Wüste.
A Das ist noch weniger zu verstehen als der Sinn des Lebens,
1 ... meint dazu unser Kolumnist. Leider nur einen Punkt für den Fall der Mauer in Palästina, der nichts gebracht hat außer ein paar ergreifenden Photos und frischen Lebensmitteln. Wir gehen zurück.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 und kommen zum Lieblingsereignis unseres Kolumnisten im vergangenen Quartal:
1 T minus 53 - Am 24. Januar gesteht eine französische Bank, dass einer ihrer Angestellten bei Börsenspekulationen, die er angeblich auf eigene Faust gemacht hat, 4,9 Milliarden Euro Verlust gemacht hat. Unser Kolumnist gesteht klammheimlich:
A Schadenfreude!
1 Und doch bleiben Fragen:
2 Wetten auf Kursgewinne des DAX sind alltäglich im Finanzgeschäft. Der Angestellte machte also nur, was alle Banken machen. Wenn er das Geld für seine Bank gewonnen hätte, dann wäre er der große Held gewesen. Was hätte die Bank dann gemacht? Das Geld an ihre Kunden ausgeschüttet? Die Sparbücher überflutet?
1 Niemand hätte sich aufgeregt wenn der arme Bankangestellte zu einer Zeit bekannt geworden wäre, als er noch mehrere Milliarden bei Spekulationen gewonnen hatte.
A Wir lernen daraus:
2 Nicht das riskante Spekulieren ist verboten, sondern nur das Verlieren. Dies ist aber folgenlos, weil es die Geschäftskunden der Bank finanzieren. Welches Geld wird da eigentlich verspielt?
1 Ganz klar: Wenn die Bank gewinnt, gehört es der Bank, wenn sie verliert, zahlt der Kunde, der Staat, also wir.
2 ... vermutet unser Kolumnist, aber der hat in Finanzdingen keine Ahnung, sonst müsste er nicht solche Kolumnen hier schreiben. Fasziniert vergibt er schon wieder 5 Punkte und weist aus historischer Gerechtigkeit darauf hin:
1 Deutsche Banken machen vergleichbare Verluste auch ohne riskante Börsenwetten. Bei T minus 58 beispielsweise gab die West LB bekannt, dass sie, 2 Milliaren Euro staatlichen Zuschuß braucht.
2 Die hochbezahlten Manager und Aufsichtsräte haben von diesen Geschäften wie immer nichts mitbekommen.
1 Nicht einmal bayrische Finanzminister wissen, was beispielsweise in der Bayern LB vor sich geht. Auch da fallen Verluste vom Himmel und die bösen Amis mit ihren unsauberein Immobiliengeschäften sind schuld. Unser Kolumnist fragt:
A Was beaufsichtigt eigentlich ein Aufsichtsrat?
2 ... und rechnet weiter wie ein Milchmädchen. Die 2 Milliarden der West LB, das sind nicht ganz 1% des Bundeshaushaltes, die hier mit einem Schlag verpulvert, verfeuert, vernichtet, verschlampt, verbrannt zum Fenster hinausgeworfen wurden. Wieviel Landesbanken haben wir?
A Wahnsinn! 4 Punkte dafür.
1 Ein Zitat haben wir noch: Noch heute wirbt die West LB, deren Manager im Verdacht steht, den Aufsichtsrat hintergangen zu haben, deren Belegschaft wohl zu einem Drittel entlassen werden wird und die den Staatshaushalt mit Millardenforderungen belastet, auf ihrer Internetseite mit dem Spruch:
2 „Ganzheitliches Denken, nachhaltiges Handeln und gesellschaftliche Verantwortung bestimmen unser Tun.“
A Selten wurde dreister gelogen.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 T minus 85. Der schwarze US Senator Barack Obama gewinnt die erste aller Vorwahlen um die Kandidatur für den Präsidentschaftsposten.
1 Dies wiederum ist ein gutes Beispiel dafür, dass Geschichte so wie der Kampf von Olli Kahn eben immer weiter geht und immer weiter geht und nie ein Ende findet. Obamas Sieg im Januar ist nur deshalb von historischer Bedeutung, weil bei T minus 80 seine Konkurrentin Hillary Clinton die nächste Vorwahl in New Hampshire überraschend gewinnt und seitdem beide sich ein nie mehr endendes Rennen um den wichtigsten Posten der Welt liefern.
2 Unser Kolumnist vermutet.
A Es wird Amerika so gehen wie Hessen.
1 Dort regiert statt Ypsilanti auch noch der längst abgewählte Koch. Und so wie Dieter Bohlen die Carla Bruni Deutschlands werden könnte, so wird Obama endlich die Ypsilanti Amerikas.
A Was zu beweisen war!
2 Fassungslos steht die Welt vor dem erbitterten Ringen eines Schwarzen und einer Frau um den Posten eines Kandidaten. Plötzlich scheinen alle Rentiments im an Resentiment reichen Staat USA hinweggefegt. Die Welt könnte plötzliche eine gute sein. Unser Kolumnist sieht es kommen, dass ...
A ... bei der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA ein Islamist gegen einen Homosexuellen antritt.
1 Und wir gehen noch einen letzten Schritt zurück
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Und kommen zum Ende dieser Kolmne, zum Anfang des Jahres und zum Tiefpunkt des Geistes. Zum 1. Januar, T minus 88; der Tag an dem in Bayern und in 7 anderen Bundesländern ein Gesetz in Kraft trat, dessen Durchsetzung noch Monate später selbst die allmächtige CSU ins Wanken bringen wird. Ab diesem Tag darf in Bayern in Kneipen nicht mehr geraucht werden. Kein Gesetz des Jahrhunderts wird so leidenschaftlich diskutiert.
1 Nicht Geldvernichtung, nicht Korruption, nicht der autobahnenübergreifende Überwachungsstaat erregt die Deutschen, sondern allein das Verbot in Kneipen zu rauchen. Das sagt alles über den Zustand unserer geistigen Heimat aus. Unser Kolumnist, ein Gelegenheitsraucher vergibt für dieses Ereignis, das bis heute die bayrische Geschichte durchzittert ...
a 5 Punkte, selbst in diesem überaus ereignisreichen Quartal.
2 Womit wir am Ende und bei der Gesamtwertung wären. Noch nie in der Geschichte der „Geistigen Heimat“ gab es so viele hochrangige Ereignisse in einem Quartal. 3,8 Punkte aus 8 Großereignissen in 88 Tagen, das ist Rekord. Mehr von Klassenkampf und Schmonzette, Kriegen und Skandalen im nächsten Quartal.
* Outro-Musik „King’s Sisters“ Ende (Die letzten 33“) von „Windmills of your your mind“ *

Donnerstag, 13. März 2008

weiter

es ist wieder so weit.
diesmal war viel los.
die geistige heimat fragt diesmal:
wie gut ist sarkozy im bett?
die geistige heimat weiß, was es bedeutet,
wenn man 5 milliarden verspielt.
und wie man das geld das man mit
dem schreiben dieser kolumne verdient,
nach liechtenstein bringen kann.
am 18. märz auf br2.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Sendung v. 18.12. / erste Arbeitskopie

Die geistige Heimat / Folge 4
www.diegeistigeheimat.twoday.net
BR - Nachtstudio
Andreas Ammer


* Intro-Musik: Dusty Springfield „Windmills of your your mind“; nach 51“ (beim Refrain) ausblenden; darüber der Text *
1 Die Heimat: Das ist keine Landschaft, in der Herzen schlagen oder Hüte hängen. Heimat ist die Gemeinschaft der Gefühle. Die institutionalisierte Gemeinschaft der Gefühle aber ist die Nachricht. Am besten die Nachricht von bleibendem Wert. Diese allerdings sind rar und nicht immer auf Anhieb zu erkennen. Und erst aus vielen Nachrichten bildet sich das fiktive Gebilde einer geistigen Heimat.
2 Was unterscheidet denn eine geistige Heimat von der wirklichen Heimat?
1 Nehmen wir zum Beispiel unseren Kolumnisten ... hallo Herr Kolumnist? Wo stecken Sie?
A Ausnahmsweise und vorweihnachtlich daheim.
2 Ihr Wohnort, hört man, sei am Starnberger See? Wo aber könnte für einen durchschnittlichen Bayern die ideale geistige Heimat liegen?
A Irgendwo bei Guantanamo!
2 Das müssen Sie erklären!
A Ganze einfach: Bitte Sprecher 1!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Wenn unser Kolumnist behauptet, am Starnberger See zu wohnen, aber seine geistigen Heimatgefühle in Kuba verortet, dann will er damit sagen, dass in jüngerer Vergangenheit kaum ein Ort das Selbstbild der westlichen Welt mehr geprägt hat als jene von niemanden von uns bisher gesehene Gefangenenanstalt auf Kuba, in der die Menschenrechte gefoltert werden.
2 Das will heißen: dort sind sie zerschellt, unsere aufgeklärten europäischen Träume von Freiheit und Demokratie? Was wir Europäer heute über uns denken, müssen wir an Guantanamo schulen?
1 Exakt! Sie haben es verstanden!
2 Und damit zur geistigen Heimat 2007 / Vierter und letzter Teil. Unser Kolumnist vergibt – wie in jedem Quartal - zwischen einem und fünf Heimat-Punkten für die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Monate.
1 Wir übergehen am vergangenen Wochenende vermeintlich wichtige Ereignisse wie den lächerlichen Klimagipfel von Bali, an denen höchstens in Erinnerung bleiben wird, wie kleinkariert um die Welt jettende Journalisten um die Welt jetttenden Politikern vorrechnen, wie viel CO2 sie ausstoßen.
2 Unserem Kolumnisten, der wie jeder Mensch qua Existenz permanent CO2 ausstößt, entlockt so etwas nur ein lächerliches Pünktchen.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Wir gehen zurück.
1 Wir landen am vorletzten Sonntag: T minus 9 Tage: Jahresrückblick auf RTL. Stellvertretend für alle die da waren und kommen: Der Vorzeige-Fernsehen-Intellektuelle Günter Jauch präsentiert mit „Menschen, Bilder, Emotionen“ seinen Jahresrückblick und damit so etwas wie das Konkurrenzprodukt zu unserem Bemühen um eine „geistige Heimat“.
2 Die Republik schwelgt – glaubt man den Einschaltquoten - in der werberelevanten Zielgruppe mit bis zu 28,4 % im Rückblick auf das per Fernsehen gelebte Jahr.
1 Das war das Jahr, sagt jetzt jeder Sender und sendet, was er das Jahr über so sendete. Bei Jauch treten auf: Oscar-Preisträger, ehemalige Arbeitsminister. Lebensretter und wenn das das Jahr gewesen sein soll ....
A ... dann möchte man es lieber nicht gelebt haben. 0 Punkte
1 Wenn das Jahr so leer ist, wie solche Rückblicke es uns weißmachen, dann lohnt sich, eingeklemmt zwischen Dieter Bohlen, Oliver Pocher und Henry Maske das ganze Leben nicht. Nein, das Leben muss wo anders toben.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Vielleicht vier Tage früher bei T-13. Dem Mittwoch an dem der größte Jackpot den das deutsche Lotto je kannte, geknackt wurde. Wir gratulieren den drei Gewinnern, wundern uns aber doch, wie die aussichtslose Chance ein solcher zu sein, hysterisch ein ganzes Volk erfaßt. Als ob der Gewinn von 43 Millionen einen reicher machen würde als der Gewinn von 3 Millionen.
1 Wobei das eine wie das andere nur ein Hauch ist im Vergleich zu jenen 43 Milliarden Euro, die die Sächsische Landesbank angeblich als Gesamtrisiko in den Bilanzen stehen hat.
2 43 Milliarden Euro Risikokapital bei einer Landesbank, die es noch nicht mal 20 Jahre gibt. 43 Milliarden, das ist ungefähr 3mal so viel wie der Gesamthaushaushalt Sachsens. Kein normaler Mensch kann sich vorstellen, wie eine solche Summe überhaupt zu Stande kommt. Das ist 1000 mal der größte Jackpot aller Zeiten Jackpot und der ist schon 1000 mal so groß wie ein überdurchschnittlicher Jahresverdienst.
1 Anders gesagt: Die Landesbank verliert vielleicht das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Million Menschen? ... Soviel Kunden hat die Landesbank doch gar nicht
2 Aber es muss hoch bezahlte Bankmanager geben, die diesen Verlust, für den der Steuerzahler jetzt zum Teil bürgen wird, verschuldet haben.
A Mir wird schwindelig!
1 ... behauptet unser in Finanzdingen stets total überfordete Kolumnist. Wieviel Punkte bekommen die 43 Milliarden Risikokapital der Sächsischen Landesbank?
A 4 von 5.
2 Und der Lotto-Jackpot?
A 3 Punkte für die 3 Jackpot-Gewinner.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Wir gehen nur einen Tag zurück; T minus 14. Unvergessen der Tag als ein
Drama, das uns alle über Monate beschäftigt hatte, ihr vorläufiges Ende fand.
A Halt! Das verraten wir noch nicht. Weiter bei T minus 16 bitte!
2 T minus 16: die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft bei der kommenden Europameisterschaft nicht auf Frankreich, Holland oder Italien, sondern auf Österreich, Kroatien und Polen.
1 Ich höre unseren Kolumnisten schon zucken:
A Ich vergebe 5 Punkte.
2 Denn nichts gehört so sehr zum deutschen Selbstverständnis und zur mentalen Innenausstattung dieser Republik als die Gewissheit, eine vom Losglück auserwählte Turniermannschaft zu sein. Wenn deutsche Manager alles Geld dieser Welt in amerikanischen Kreditmärkten versenkt haben, wird doch immer noch Deutschland in einen Lostopf mit Österreich landen.
A Wir gehen zurück!
2 T minus 39. Ein Tag der Parallelaktionen: Es ist der 9. November: der Tag der Reichskristallnacht, der Tag an dem einstmals Scheidemann die Republik ausrief, Hitler erstmals putsche und späater die Mauer fiel. Dieses jahr ist es der Erstverkaufstag eines Mobiltelefons. All dies ist nichts gegen das meistdiskutierte Ereignis an diesem Tag in diesem jahr: Es ist der Tag als eine in vierter Ehe lebende und sich als Vorzeige-Fernsehmutter aufspielende blonde Ansagerin eine Talkshow bei laufenden Kameras verließ, ...
1 ... was in der ganzen Bundesrepublik für Diskussionsstoff sorgt,
2 Am gleichen Tag beschließt der Bundestag ein Gesetz, nachdem jeder deutsche Bürger prinzipiell verdächtig ist und die Überwachung seiner Telekommunikation kein großes Problem mehr darstellt. Dieses ganz und gar unerhörte Gesetz wird mit zwei Drittel Mehrheit angenommen.
1 Es gibt geringe Proteste, aber keine allzu große Diskussion.
2 Das Gesetz verspricht schlicht die, Zitat, „Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung“ und tritt an mit dem Ziel, nochmal Zitat:
1 „ein harmonisches Gesamtsystem der strafprozessualen heimlichen Ermittlungsmethoden zu schaffen“
A Was für ein schöner Ausdruck, bitte nochmal:
2: Angestrebt ist:
1 „ein harmonisches Gesamtsystem der strafprozessualen heimlichen Ermittlungsmethoden zu schaffen“
2 Derart in ein Wortgeklingel aus Harmonie und Heimlichkeit verpackt, wandelt sich die Bundesrepublik langsam zu einer Softversion jenes Überwachungsstaates, den sie in Gestalt der DDR an genau diesem 9. November einstmals heroisch abgeschafft hat. Die Bürgerrechte werden weiter beschnitten. Ein weiterer Schritt auf dem Weg in ein digitales Guantanamo für die eigenen Bürger.
1 Laß uns raten, lieber Kolumnist: 5 Punkte?
A Klar, aber was wurde aus Eva Herman? Überwacht die keiner? Sie würde es genießen!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Angesichts der telekommunikativ harmonischen Totalüberwachung macht auch Sinn, was bei T minus 35 geschah und was wir anfangs in seinem welthistorischen Dimensionen fast übersehen hätten:
2 Die Telefongesellschaft China Mobile hat den Mount Everest an ihr Handynetz angeschlossen. Man hat auf 6500 Meter Höhe einen Sendemast installiert, der auch vom höchsten Berg der Erde fast störungsfreies Telefonieren erlaubt.
A Na endlich! Zwei Punkte; wir gehen zurück.
2 Fünf Tage früher, T minus 40, eine weitere Etappe unseres Quartalsthemas, das wir noch nicht verraten. Nur soviel: Diesmal betrifft es den Güterverkehr. Deutsche Manager sprechen angesichts des Ereignisses von einer volkswirtschaftlichen Katastrophe für die Volkswirtschaft. Unser Kolumnist fragt sich:
A Sind sie das nicht selber?
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Wir gehen zurück
1 T minus 41. Irgendwo zwischen Jackpotwahn, Milliardenverlusten der Banken und den Berichten über Schmiergeldaffären der Konzerne muss die folgende Meldung angesiedelt werden:
2 10 Prozent der Bevölkerung Deutschlands besitzen mehr als zwei Drittel aller finanziellen Rücklagen. Das heißt, sie haben Besitz. Die Hälfte der Bürger hat hingegen keine finanziellen Sicherheiten.
2 Früher wäre so etwas eine Aufforderung zum Klassenkampf gewesen.
1 Heute nimmt man das – auch als jemand der keine Rücklagen besitzt – die Achseln zuckend hin.
2 So sehr wind wir heimisch geworden als Untertanen. Und bestaunen vei T minus 44.
1 Eine Meldung, die kaum eine ist: Die USA lassen elf der rund 330 Menschen frei, die seit Jahren in Guantanamo festgehalten und gefoltert werden. Unser Rezensent vergibt
A Fünf Punkte mit Stern.
2 Denn wie eingangs erläutert, gehört die Gründung des Lagers von Guantanamo vielleicht zu dem schlimmsten Ereignissen, die der freien Welt im letzen halben Jahrhundert zugestoßen sind.
1 Noch schlimmer ist nur, dass sich die Welt darüber eigentlich einig ist, aber es nicht schafft, effizient dagegen zu protestieren.
2 Noch viel schlimmer ist, dass der amerikanische Außenminister im Beisein seines deutschen Kollegen unwidersprochen behaupten darf, das Gefangenenlager sei, Zitat,
1 „für uns Amerikaner hauptsächlich ein PR Problem“.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 T minus 74: Endlich zum bestimmenden Thema das Quartals: Es ist der Lokführerstreik, das letzte Rudiment des Klassenkampfes in dieser befriedeten und korrupten Republik:
2 Am 5.10 verbietet ein ostdeutsches Gericht den Lokführern das Bestreiken des Fernverkehres. Es kommt in der Folge zu diversen kleineren Streiks, die derzeit ausgesetzt sind, ohne dass sich die Lokführer mit dem Millionenverdiener Mehdorn über ein neues Gehalt verständigt haben
1 Verblüffend war nicht, dass die chronischen wenig verdienenden Lokführer in den Streit traten; verblüffend war, das eine halbe Republik inklusive einiger Gerichte den Lokführern das urdemokratische Recht auf Streik aberkennen wollten, weil dieser Streik wirklich jemanden zur Last viel.
A 5 Solidaritäts-Punkte!
2 ... vergibt unser Kolumnist, der alte Klassenkämpfer, und schreibt uns ins Manuskript noch die Frage:
1 Wo liegt das Problem, wenn ein paar Tausend Lokführer ein paar Prozent mehr Lohn wollen, wenn hoch bezahlte Manager in diesem Land ungestraft 43 Milliarden Verlust machen.
2 Das verstehen wir nicht.
1 Nein, das verstehen wir nicht!
A Wollen wir auch nicht verstehen. Noch was?
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Eins noch: T minus 75: Am 5. Oktober verhängt das Landesgericht München gegen den ehemaligen Vorzeigekonzern Siemens ein Bußgeld von 201 Millionen Euro. Geahndet wurde das Verhalten eines Managers, der bei Geschäften mit Russland, Nigeria und Libyen in 77 Fällen hohe Bestechungsgelder gezahlt hatte.
2 Wir bei der geistigen Heimat würden unser gesamtes Sprecherhonorar darauf verwetten, dass dieser Manager, der jetzt als Kronzeuge auftritt und somit auf Straferlaß hofft, wie vordem auch der Aufsichtsratschef eine hohe Abfindung vom Konzern kassiert hat.
1 Nicht ohne eine gewisse Schadenfreude verweisen wir von der geistigen Heimat darauf, dass das ehrenwerte Land Nigeria, das sich im so genannten Korruptionswahrnehmungsindex ...
2 was es nicht alles gibt!
1 ... im Korruptionswahrnehmungsindex auf Platz 147 von 179 Ländern befindet, und somit eines der am meisten von Korruption zerfressene Land der Welt ist, dass dieses Nigeria mittlerweile alle Aufträge an Siemens storniert hat. Der Konzern sei zu den Afrikanern schlichtweg:
2 Zu korrupt.
A 4 Punkte, Ehrensache!
1 Womit wir ein Rekordergebnis verbuchen: Das letzte Quartal 2007 erhält weit überdurchschnittliche 3,0 Punkte.
2 Und das alles nur weil es uns den Unterschied zwischen 43 Milliarden und einem Lokführergehalt ...
1 ... den zwischen einer Ansagerin und dem Überwachungsstaat ...
A ... und den zwischen Starnberg und Guantanamo klar machte.
* Outro-Musik „King’s Sisters“ Ende (Die letzten 33“) von „Windmills of your your mind“ *

Montag, 24. September 2007

Sendung vom 25.9.

Wie immer hier vorab das Manuskript der Sendung: Viel Spaß!

Die geistige Heimat / Folge 3
www.diegeistigeheimat.twoday.net
BR - Nachtstudio
ammer


* Intro-Musik: Dusty Springfield „Windmills of your your mind“; nach 51“ (beim Refrain) ausblenden; darüber der Text *
1 War da was?
2 Wo?
1 Na hier! In unserem Land, auf unserem Planeten in unseren Köpfen?
2 In unserer Heimat.
1 „Die geistige Heimat“ - diesmal mit der Sichtung des Sommerlochs. Die Monate Juni bis September.
2 Mit den Ereignissen, die den ganzen Erdball, unser ganzes Land aber vor allem unseren ganzen Kopf prägten und bis heute formen.
1 „Die geistige Heimat“! Das Radioformat in dem die Weltgeschichte vor dem Feuilleton Rechenschaft ablegt über das, was sie im letzten Vierteljahr mit uns angestellt hat.
2 Diesmal in den Hauptrollen: Das Klima, die Gewerkschaften und ein Kirchenfenster. - Jetzt auf dem Prüfstand: Der nichtssagende Sommer 2007!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Wir rufen unseren Kolumnisten. Hallo Herr Kolumnist? Immer unterwegs?
a Hallo hier, St. Moritz, fangt schon mal an! Wir haben nur eine Viertelstunde.
2 Eine Viertelstunde Radio für die Ewigkeit der Gefühle. Weltgeschichte im Alltagstest. Wir vergeben bis zu fünf Ewigkeitspunkte an die größten Ereignisse des letzten Vierteljahres.
A Wir gehen zurück!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Wir beginnen bei T minus 115, am 2. Juli. Der Sommer, der keiner werden sollte, hatte eigentlich ganz ordentlich mit einem Rekordfrühling begonnen. Da erschütterte ein Ereignis die Welt, von dem die ganze Welt damals dachte, dass es die Welt verändern könnte, das aber heute, gut 100 Tage danach aus lächerlicher Unbedeutsamkeit zu uns herüberschaut.
2 1000 Verletzte gab es am Tag der großen Proteste gegen das Treffen der G8 Regierungschefs in dem ansonsten von der Weltgeschichte gänzlich unbefleckten Ostseebad Heiligendamm. Fast dachte man an diesem Tag vor 115 Tagen, dass in diesem Moment das Heil und die Freiheit der ganzen freien Welt auf der Kippe stand.
1 Die Protestanten marschierten über die Felder auf und die Regierungschef konnten kaum zum Regieren kommen. Ein Welt-Groß-Ereignis kündigte sich an und:
2 Eigentlich passierte dann so gut wie gar nichts, außer dass sich alle furchtbar aufregten über einen Zaun. Was historisch relevanz von diesem Ereignis bleiben wird, ist noch unwichtiger als die Speisenfolge für die Regierungschef über die damals in den Nachrichten berichtet wurde.
1 Frau Merkel soll am Ende mit Herrn Sarkozy gar ein wenig so etwas wie geflirtet haben. Dieser hingegen trank - gegen seine Gewohnheit - früh schon ein Gläschen Champagner und später noch Wodka mit Putin Nur Bush war burschikos uneinsichtig wie immer. Geschichte wird gemacht: Man beschießt eine Halbierung der Treibhausgase bis zum Jahr 2050.
2 Das erleben wir alle nicht mehr.
1 Was Herr Kolumnist bleibt davon?
A Nichts, gar nichts. Vielleicht ein einziger Punkt, aber keine Ewigkeit und erst recht kein Ergebnis.
1 Ich notiere eine Eins angesichts von 1000 Verletzten?
2 Sieht so aus.
A Wir kommen gleich auf das Thema zurück!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 T minus 85. In Deutschland passiert der Super Gau:
1 Die Lokführer streiken.
2 Und sofort stellt sich die Frage: Darf man in Deutschland wirklich streiken, wenn der Streik Auswirkungen nach außen hat? Die Gerichte tagen und in der Tendenz zeigt es sich, dass die Deutschen dazu tendieren, das Recht auf Pünktlichkeit über das Grundrecht auf Streik zu stellen. Also: Streiken gerne, aber nur, wenn es keiner merkt.
1 Gehörte das Streikrecht nicht einmal zu den Grundprinzipien jeder Demokratie?
A Ja, aber nur, solange nicht wirklich gestreikt wird!
2 Das klingt logisch, aber außer über die Lokführer gab es keine Aufregung.
1 Das nicht, aber vielleicht Ewigkeitspunkte von unserem Rezensenten?
A Klar und zwar mindestens drei.
1 Die aber weniger für den Steik als für dessen Scheitern.
A Wir gehen weiter in der Geschichte.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 ... und kommen schon zum großen Thema zurück.
2 Der Erde wird angeblich warm. Gut einen Monat nach der vermeintlichen Schlacht um Heiligendamm bei T minus 80 traf sich die Welt auf einem Nachrichtenkanal, um gegen die Erderwärmung zu protestieren, indem sie sich die abgenudeltsten Popstars der Welt ihre abgenudeldsten Hits vorspielen.
1 Al-Gore, als Bin Laden der guten Menschen, protestierte per Videobotschaft und alle anderen sangen und spielten, was die Stadionrock erprobten Kehlen an Kitsch hergaben. Live-Earth hieß das Spektakel und ich weiß jetzt schon, dass unser Kolumnist wahrscheinlich keinen einzigen Punkt vergeben wird?
2 Herr Kolumnist?
A Ihr kennt mich ganz gut. Eine glatte Null.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 T minus 69 oder: Erinnert sich noch jemand an die Tour de France?
2 Au ja. Vor allem weil unsere Sender sich weigerten das Ereignis weiter zu übertragen. Denn es sah doch sehr danach aus, als ob die urdeutsche Institution T-Mobile es nicht verhindern konnte, dass gedopte Fahrer in ihren Reihen waren.
1 Ein nationaler Skandal!
2 Dagegen war es ein Klacks, das die Mehrheit der Telekom Mitarbeiter nach 5 Wochen Streik sich damit einverstanden erklärten, dass 50.000 ihrer Kollegen in Service-Gesellschaften ausgegliedert werden.
A Sind das die, die alle 3 Tage bei mir anrufen, um mir einen neuen T-Com-Tarif zu verkaufen, den ich schon voe 2 Monate lang bestellt habe?
2 Lieber Kollumnist! Eine Radiosendung ist keine Beschwerdehotline!
A Ok, das Ereignis bleib t außerhalb der Wertung. Aber denen gehört doch allen gekündigt. Weiter mit der Geschichte!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Dann kommt das Sommrloch!
2 Und damit die Bayreuther Festspiele!
1 Eine nachrichtenmäßig bekanntermaßen furchtbar phantasievolle Zeit. Wochenlang hatte das Feuilleton nichts anderes zu tun, als über die Regiefähigkeiten der Urenkelin von Richard Wagner zu spekulieren. Die Titelblätter der Tageszeitungen sind voll ...
2 - sie waren es letzte Woche noch -
1 ... voll mit der erschüttenden Frage, ob es wirklich wichtig ist, wer in Bayreuth in Zukunft für furchtbare Inszenierungen verantwortlich ist. Andererseits ist die Posse sozusagen Denver-Clan für Intelektuelle.
A Und deshalb: Drei Punkte für das Regiedebut von Katharina Wagner. War ja sonst nicht los.
2 Mit Verlaub ... eine obskure Wagner-Inszenierung soll welthistorisch wichtiger gewesen sein, als der Gipfel von Heiligendamm?
A So soll es sein! Weiter in der Geschichte dieses mauen Sommers.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 T minus 42.
1 Der 15. August dieses Jahres wird lange noch als einer der Tage in Erinnerung bleiben, an denen wieder einmal der publizistische Wert eines Menschenlebens deutlich gemacht wurde. Es gab drei synchrone Ereignisse;
2 In Kabul fallen 3 deutsche Polizisten einem Attentat zum Opfer.
1 Tragisch und furchtbar, aber keiner konnte sich genau erinnern, ob das drunten in Kabul nicht in Wirklichkeit jeden Tag so ist. Attentate in dieser Gegend sind furchtbar, gehen aber kaum jemanden nahe.
2 In Peru sterben 500 Menschen bei einem Erdbeben ... 80.000 sind obdachlos.
1 Daran kann sich heute kein Mensch mehr erinnern, aber:
2 In Duisburg werden vor einem Restaurant 6 Italiener erschossen. Das ist eine Nachricht, an die Deutschland sich erinnert. Geistige Heimat sozusagen. Blöd, dass man sich nur daran erinnert. Herr Kolumnist?
1 Politisch korrekt wären es mindestens 4 Punkte für die Obdachlisen in Peru geben, da sich an die keiner erinnert:
A Stattdessen 1 Punkt für das outing der Mafia in Deutschland. Weiter in der Geschichte.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Wir kommen nur einen Tag weiter, zu T minus 41, der berühmte 16. Oktober, an dem sich die Ereignisse dieses Sommer geradezu überstürzten.
2 Und zwar weil sich ausgerechnet am 30. Todestags von Elvis Presley, der allein schon ein 5-Punkte-Ereignis von welthistorischer Bedeutung darstellt, die Kanzlerin dieses, unseres Landes, Frau Merkel sich entschloß, mitten im Sommer Grönland zu besuchen.
1 Angeblich um sich, die Themen drehen sich im Kreis...
2 ... nach Klimagipfel in Heiligendamm und Live-Earth-Konzert überall auf der Welt...
1 ... angeblich, um sich über das Ausmaß der Erderwärmung vor Ort zu informieren. Aber wer kann mit Sicherheit ausschließen, dass Frau Merkel nicht etwa den mittlerweile auf Grönland lebenden Elvis Presley in geheimer Mission besuchte?
2 Das würde einiges erklären.
A Ein Ereignis, dass 5 Punkte mit Stern verdienen würde.
2 Und andererseits auch nicht völlig unwahrscheinlich ist. Denn da Elvis qua Ableben vor 30 Jahren nicht mehr an Live-Earth-Konzerten teilnehmen kann, kümmert er sich vielleicht im ewigen Eis um die Erderwärmung.
1 Logisch
A 5 Punkte!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Kreuzkruzifix, war denn diesen Sommer wirklich gar nicht los?
1 T minus 37: In Sachsen jagen die Sachsen Inder durch die Stadt.
A Furchtbar, aber nur 1Punkt
2 T minus 32: Die Wälder brennen in Griechenland!
A Genauso furchtbar, wieder 1 Punkt!
1 T minus 21: In Sauerland wurden Islamisten mit Sprengstoff festgenommen
A Nix passiert, kein Punkt
2 T minus 14. Bin Laden, der Al Gore des Islamismus, hat sichfür seine neueste Videobotschaft den Bart gefärbt.
1 Bush sieht sich in seinem Kampf gegen den Terror bestärkt.
A Nichts neues also, kein Punkt
2 T minus 11. Ein Erzbischof regt sich über ein ästhetisch völlig unbedeutenden Kirchenfenster in Köln auf und benutzt dabei mit dem Wort „entartet“.
1 Daran ist weniger schlimm, dass sich ein konservativer Kardinal über ein modernes Kunstwerk aufregt ... das ist als Vertreter der Kirche fast so etwas wie seine heilige Pflicht.
1 Und die Wortwahl von Kardinal Meisners Kritik an Gerhard Richters Fenster für den Kölner Dom ist sicherlich unglücklich.
2 Das einzig bemerkenswert an diesem Ereignis ist, dass der Kardinal der einzige ist, der es in dieser Republik gewagt hat, ein völlig unbedeutenes, läppisches, missratenes Stück Kunstgewerbe ...
1 - denn nichts anderes ist Richters Fenster mit der Ästhetik eines Küchenkachelladens -
2 ... dass er der einzige ist, der es wagt, ein völlig misslungenes Stück Kunstgewerbe als misslungen zu bezeichnen. Bedeutungsloser als in Richters Kirchenfenster war die moderne Kunst nie. Folglich gilt für uns hier:
A Kein Ereignis, kein Punkt für die geistige Heimat..
1 Gutd, dass der Sommer ein Ende hat.
2 In Summa: Es war ein Sommer, in dem mehr darüber diskutiert wurde, wer die Nachrichten jetzt vorlesen soll, als dass es wirklich Nachrichten gegeben hätte, die des Vorlesens Wert gewesen wären.
1 Wenn es wenigstens ein Sommer gewesen wäre, hätte so alles seine Richtigkeit gehabt, aber leider hat nicht einmal das Wetter mitgespielt, für das der Kolumnist wieder ...
A 0 Punkte
1 ... vergibt. Das gibt eine Katastrophale Gesamtwertung:
2 Der Winter ergab noch 2,5 Punkte aus sieben Ereignissen, dagegen fiel der Frühling schon mit 2,2 Punkten aus 10 Ereignissen spürbar ab. Der Sommer ergab nur mühsame 1,5 Punkte aus 10 Ereignissen, die allesamt kaum ein Ereignis waren. Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob es für die geistige Heimat besser ist, wenn etwas passiert oder ob es nicht besser ist, es passiert nichts.
1 Dies wiederum ist vom Wetter abhängig.
A Wir drehen uns im Kreis und beenden die Sendezeit.
2 Trotz dieser wissenschaftlich niederschmetternden Ergebnisse einem ereignislosen Sommers empfiehlt unser Rezensent
A Weiterleben!
1 Aber der ist ja auch in St. Moritz. Wiederhören bis zur nächsten „Geistigen Heimat“ T plus neunzig Tagen auf diesem Sender.

* Outro-Musik „King’s Sisters“ Ende (Die letzten 33“) von „Windmills of your your mind“ *

Freitag, 18. Mai 2007

Sendung v. 29.5.07

Die geistige Heimat / Folge 2
www.diegeistigeheimat.twoday.net
BR - Nachtstudio
ammer


* Intro-Musik: Dusty Springfield „Windmills of your your mind“; nach 51“ (beim Refrain) ausblenden; darüber der Text *
1 Heimat ist die Gemeinschaft der Gefühle. Die gesellschaftliche Institution für eine Gemeinschaft der Gefühle ist die Nachricht. Am besten die Nachricht von bleibendem Wert. Aus vielen Nachrichten bildet sich dann die geistige Heimat.
2 Die Zeit ist vergangen. 92 Tage, ein Viertel Jahr. Zeit für „Die geistige Heimat“! Das Radioformat in dem die Weltgeschichte vor dem Feuiilleton Rechenschaft ablegt über das, was sie in drei Monaten mit uns angestellt hat.
1 Diesmal in den Hauptrollen: Großkonzerne, Terroristen, Tropentage und gleich mehrere wirkliche Erlöser. Der Frühling 2007!
2 ... und weil es um die wirklich wichtigen Dinge geht: garantiert ohne Massenmörder und Präsidentschaftskandidaten.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 War da was in den letzten 92 Tagen. Etwas, das über die Vergänglichkeit siegt? Ein Widerschein der Ewigkeit im Nachrichtengewühle? Eine „geistige Heimat“?
1 Wir rufen unseren Kolumnisten. Hallo Herr Kolumnist? Immer unterwegs?
a Hier, auf der Strasse, fangt schon mal an! Wir haben nur eine Viertelstunde.
2 Eine Viertelstunde Radio für die Ewigkeit der Gefühle. Weltgeschichte im Alltagstest. Wir vergeben bis zu fünf Ewigkeitspunkte an die größten Ereignisse des letzten Vierteljahres. Und soviel sei schon verraten, es war ein Vierteljahr der Doppelereignisse:
A Wir gehen zurück!
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Wir beginnen bei T minus 15, am 15. Mai. Eine Nachricht aus dem obskuren Leben der Konzerne. Vor einer Woche offenbarte die Weltwirtschaft, wohin sie uns treibt. Die ehemalige „Welt AG“, ein Zusammenschluss einer schwäbischen und einer amerikanischen Autofirma, gestand an diesem Tag ihr Scheitern ein.
2 Die Geschichte begann vor neun Jahren: Firma A namens Daimer kauft Firma B namens Chrysler für 36 Milliarden. Daran verdient niemand außer Investmentbankern, Banken, Unternehmensberatern und Konzernchefs. Daraufhin macht die neue Firma AB jahrelang Verluste.
1 Daran kann niemand etwas verdienen außer Investmentbankern, Banken, Unternehmensberatern und Konzernchefs.
2 Nach 9 Jahren sieht man ein, dass alles ein Schmarren war und Firma A wiederum eine halbe Milliarde an eine Firma C, damit jetzt Investmentbanker, Banken, Unternehmensberatern und Konzernchefs ihr die Firma B für einen Bruchteil der ursprünglichen Kaufsumme wieder abnehmen.
1 Bis hierhin ist der Handel zwischen Daimler, dem Hersteller zu großer Autos, und Chrysler, dem amerikanischen Hersteller noch größerer Autos, noch verständlich.Unser Kolumnist, der in wirtschaftlichen Dingen offensichtlich völlig unbedarft ist, sieht - auch angesichts seines eigenen Kontostandes - bei 30 Milliarden die Grenzen des gesunden Menschenverstandes erreicht.
a Wo sind die Milliarden hin?
2 Welche höchstbezahlten Fachleute haben den Fehlern, Lügen, Betrügereien von Investmentbankern, Banken, Unternehmensberatern und Konzernchefs geglaubt?
a Welche Konzerne leiten sie heute? Was ist dagegen ein Bankraub?
1 Man schätzt den Konzerverlust bei Daimler auf 30 Milliarden. Die Honorare für Investmentbanker, Banken, Unternehmensberater und Konzernchefs, sind da nicht eingerechnet. Das ist mehr als alle Einwohner und Firmen Bayerns in einem Jahr zusammen an Steuern aufbringen.
a Für dieses Geld ...
2 ... so hat unser in wirtschaftlichen Dingen völlig unbedarfter Kolumnist ausgerechnet ...
a ... hätte man gut eine halbe Million Smarts an Studenten, Schauspieler und Krankenschwestern verschenken können.
1 Aber auf die Idee ist weder ein Investmentbanker, noch ein Unternehmensberater und schon gar kein Konzernchef jemals gekommen.
2 Herr Kolumnist, bitte schreiten Sie zur Bewertung für dieses Ereignis. Was bedeutet es für unser geistiges Heimatgefühl?
1 Tataaa! Die geistige Heimat verleiht für die milliardenteure Zerschlagung der Welt AG Daimler Chrysler... na?
a 2 von 5 möglichen Punkten. Ist mir doch wurscht deren Geld.
2 Ich hätte gern einen Smart gehabt.
a Wir gehen zurück:
* Musik Chronomad, Shish, bleibt diesmal länger liegen *
1 T minus 22. Bundespräsident Köhler lehnt die Begnadigung des Terroristen Christian ab.
a Was soll ich sagen?
2 Nichts, wir kommen auf den Fall zurück.
1 ... und gehen dazu in der Zeit weiter zurück.
2 T minus 28, ein wunderschöner 1. Mai.
1 Ein erster Mai, der einen April beendete, wie er - seit die Menschen ein Thermometer bedienen können - wärmer nicht war: Karlsruhe wird fast zur Wüste, weil kein einziger Tropfen Regen fiel. Stellenweise lag die Durchschnittstemperatur 5 Grad über dem Durchschnitt und damit immer noch gut 60% über der erst für die Jahrhundertmitte vorhergesagten, katastrophalen Erderwärmung. Die Sonne schien im Schnitt doppelt so lang wie in früheren Jahren.
a Mit dem Wetter aber ...
2 ... so meint unser Kolumnist, befragt nach den historischen Ewigkeitspunkten für dieses Phänomen ...
a Mit dem Wetter ist es wie mit der Geliebten: Ein Gentleman genießt und schweigt.
1 Also keinen Punkt für den Jahrhundertapril 2007?
2 Nicht einen einzigen.
1 Hart, aber gerecht.
2 Wir gehen zurück.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
1 Und kehren schon bei T minus 31 unweigerlich zurück zum Terroristen Christan Klar, dem bundesdeutschen Inbegriff des Schreckens, das zwar - nach übereinstimmenden Aussagen seiner Terror-Kollegen - den Todesschuss auf den deutschen Generalbundesanwalt Buback nicht abgegeben hat, aber - wegen fehlender Reue - auch nicht begnadigt wurde.
2 Vor dem Hintergrund der von populistischen Politikern und ebensolchen Zeitungen hitzig geführten öffentlichen Debatte nimmt sich der deutsche Haftalltag geradezu beruhigend aus: Unabhängig vom Volkszorn darf Christian Klar seit April - so wie es jedem Mörder mit guter Führung zusteht - nach Verbüßung eines Großteils seiner Haftstrafe das Gefängnis in Bruchsal hin und wieder verlassen.
1 Es steht zu vermuten, dass er als gut geführter Häftling danach unerkannt und pünktlich in seine Zelle zurückkehrt.
2 Wenn das die Bild Zeitung wüsste.
a psst.
2 Unser Kolumnist vergibt angesichts der Nicht-Begnadigung von Christian Klar für dessen voran gegangene Hafterleichterungen grundgesetzkonforme 4 von 5 Ewigkeitspunkten.
a Wir gehen zurück.
2 T minus 34. Kalkar am Niederrhein. Auch hier wiederholen sich die Themen: Ähnlich wie in Lampertheim nördlich von Mannheim werden mit über 30 Grad Lufttemperatur die Voraussetzungen für einen Tropentag erfüllt.
1 Na, Herr Kolumnist? Noch immer nichts?
a Na gut, ein Pünktchen. Dann ist aber Schluss mit Wetter.
2 Aber noch lange nicht mit obskuren Meldungen aus der Welt des Großkapitals. Bei T minus 34 erreicht nämlich nicht nur das Termometer, sondern auch die Krise bei Süddeutschlands größtem Weltkonzern ihren vorläufigen Höhepunkt.
1 An genau diesem Tropentag gab nämlich gab ein Konzernchef auf, weil es in seinem Betrieb Bestechung gegeben hat. Wobei es - beim derzeitigen Stand der Verbananenstaatlichung Deutschlands - weniger verblüffend ist, dass man bei Siemens schwarze Kassen in Höhe von unglaublichen 420 Millionen unversteuerten Euros gefunden hat.
2 Verblüffend ist beim derzeitigen moralischen Stand der Bundesrepublik, bei dem jeder jedem Konzernchef zu Recht jede Art von Niedertracht zutraut.
1 ... verblüffend ist eher dass ein Konzernchef überhaupt jemals zurücktritt.
2 Ironie der Geschichte. Treibende Kraft hinter dem Rücktritt Kleinfelds als Siemens-Chef soll das Aufsichtsratsmitglied und 'Deutsche Bank’-Chef Ackermann gewesen sein, dem nicht allzu hohe moralische Skrupel in Finanzgeschichten nachgesagt werden.
1 Herr Kolumnist, wie viele Punkte sind ihnen 420 Millionen Bestechungsgeld wert?
a 420 Millionen? Das ist nur Durchschnitt: 3 Punkte allerhöchstens!
2 Wir gehen zurück.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Nur einen Tag weiter: T minus 35. Die Dinge überstürzen sich Ende April: Prinz William von England trennt sich von seiner Freundin Kate „Ich-weiß-ihren-Namen-nicht-mehr“
1 Das schlimme an solchen Nachrichten ist ihre bloße Existenz und dass man doch nicht umhin kann, kurz über einen solchen Schwachsinn nachzudenken, nur um zu dem Schluss zu kommen, dass es einem nicht interessiert. Wie ein stumm laufender Fernseher in einer Bar. Hinglotzen, um zu sehen, dass die Welt immer noch verrückt spielt.
2 Dagegen - weiß unser Kolumnist aus Erfahrung - hilft nur eines:
a Weitertrinken!
1 Er vergibt ebenfalls keinen einzigen Punkt für das Single-Dasein eines verzogenen Prinzen. Lass krachen Willi!
a Wir gehen zurück.
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
2 Wir übergehen die von höchster Stelle im Staate Baden Württemberg lancierte Falschmeldung, dass der Ex-Ministerpräsident und Ex-NS-Richter Filbinger in Wahrheit ein Widerstandskämpfer gewesen sei ...
a ... wir wenden uns einem wahren Erlöser zu, der jetzt, nach T minus 71 Tagen, schon fast wieder in Vergessenheit geraten ist.
1 Er meint Knut?
2 Den Eisbären?
1 Nein, das kann nicht sein. Knut der Eisbär ist bekanntermaßen bereits am 5. Januar, also bei T minus 144, geboren und seine öffentliche Passion im Zoo begann, wenn die Aufzeichnungen des Kolumnisten nicht trügen, bereits bei T minus 63.
a Es gibt einen, der hat im März alle Sünden der Welt auf sich geladen ...!
2 ... behauptet unser Kolumnist, der sich nur noch mit Rührung an die Schlagzeilen der Süddeutschen Zeitung vom 16. März erinnern kann.
1 Vorne drauf die Nachricht, dass einen neuen Erlöser gibt. Er ist Mohammedaner. Er heißt Chalid Scheich Mohammed. Und er wird zwar nicht die Welt von allen ihren Sünden erlösen, aber er hat zumindest alle größeren Sünden der letzten 10 Jahre ganz allein auf sich genommen.
2 Chalid Scheich Mohammed, die von den Zeitungen so genannte "mutmaßliche Nummer drei der Al-Quaida", hat laut CIA weltweit alle Terroranschläge gestanden, an die sich die CIA erinnern konnte. Zwar unter Folter der CIA, ...
a ... aber egal: Andere wurden wegen geringerer Vergehen ans Kreuz geschlagen.
1 Aber damit nicht genug!
2 Denn ,hinten im „Vermischten“, am selben Tag in der selben Zeitung finden wir die Nachricht, dass in der bayrischen Gemeinde Heroldsbach im Forchheimer Land
1 ... wo auch immer das sich verstecken mag ...
2 ... die heilige Mutter Gottes das Weinen angefangen hat. Deutlich ist auf einem Foto dieser Maria eine Träne zu sehen. Eine Träne wie sie kein Photoshop-Programm der Welt schöner ins Bild setzen könnte.
1 Und für diesen historischen Doppelschlag, der am 16.März dieses Jahres die Existenz von Erlösern ein für alle Mal und wiederholt bewiesen hat, vergibt unser Kolumnist gerührt die Höchstnote:
a Zweimal die 5!
2 Eins haben wir noch: Und dafür bleibt uns nur zu zitieren, was unser Kolumnist vor 3 Monaten, am Tag der ersten Ausgabe der „Geistigen Heimat“ in seinem Internet-Blog „diegeistigeheimat.twoday.net“ notiert hat: Wir zitieren vom Tag: T minus 93.
1 „Für die aktuelle Sendung kam das Ereignis zu spät, aber in T plus 93 Tagen wird es erörtert werden müssen: In der Nacht zum 26.2. hat mit "Das Leben der Anderen" zum dritten Mal ein Deutscher einen Oscar gewonnen. Noch dazu als Favorit! Und er hat Deutschland, Bayern und Arnold Schwarzenegger gedankt. "Die geistige Heimat" ist heute schon gespannt, ob das in einem Vierteljahr noch wichtig sein wird.“
2 Und, Herr Kolumnist?
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *
a 2 Punkte! Dem ist nichts hinzuzufügen.
1 Wir fassen zusammen:
a Wir haben Papst,
2 Wir sind Oskar,
1 Wir sind Handballweltmeister.
2 Im Grand Prix de’ Eurovision muß man da nicht auch noch singend siegen.
1 Mit einer unterdurchschnittlichen Punktzahl von 2,2 aus 10 erwähnenswerten Ereignissen ergab der Frühling für die „Geistige Heimat“ damit noch weniger Punkte als der Winter der 2,5 Punkte aus 7 Ereignissen schlagen konnte.
2 Trotz dieser wissenschaftlichen Ergebnisse empfiehlt unser Rezensent
a Weiterleben!
1 Zumindest bis zur nächsten „Geistigen Heimat“ in neunzig Tagen auf diesem Sender.

* Outro-Musik „King’s Sisters“ Ende (Die letzten 33“) von „Windmills of your your mind“ *

Dienstag, 15. Mai 2007

die grenzen des menschenverstandes

aus dem leben der konzerne 2: eine firma A kauft eine andere firma B. sagen wir für 36 milliarden. daran verdienen investmentbanker, banken, unternehmensberater, konzernchefs millionen. daraufhin machen beide firmen jahrelang verluste. es verdienen daran investmentbanker, banken, unternehmensberater, konzernchefs. nach 9 jahren zahlt firma A wiederum eine halbe milliarde mark, damit ihr investmentbanker, banken, unternehmensberater, konzernchefs firma B wieder abkaufen. es steht zu vermuten, dass an diesem deal mitmischen und einiges daran verdienen. in so weit ist der handel zwischen daimler und dem amerikanischen hersteller zu großer autos, chrisler, ja noch verständlich. aber: fragt der freigeiost: woher kommen die abermilliarden, die das gekostet hat? wer hat den offensichtlichen fehlern, lügen, betrügereien derer, die diese deals vereinbaren geglaubt?
man munkelt etwas von 30 millarden verlust. die honorare für investmentbanker, banken, unternehmensberater, konzernchefs, die sich dies ausgedacht haben dürften da nicht eingerechnet sein. für dieses geld hätte man gut eine halbe million smarts verschenken können. aber auf die idee ist bisher noch keiner gekommen.

Montag, 14. Mai 2007

t minus 85

Die Sendung naht. Subjektiv hat man das Gefühl, dass außer einem heißen April rein gar nichts passiert ist. Kann das sein? Das kann nicht sein. Oder?

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