<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<?xml-stylesheet href="http://diegeistigeheimat.twoday.net/rss2html.xsl" type="text/xsl"?>
<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://diegeistigeheimat.twoday.net/">
    <title>die geistige heimat</title>
    <link>http://diegeistigeheimat.twoday.net/</link>
    <description></description>
    <dc:publisher>ammer</dc:publisher>
    <dc:creator>ammer</dc:creator>
    <dc:date>2007-02-23T17:54:24Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    
    <image rdf:resource="http://static.twoday.net/icon.gif" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://diegeistigeheimat.twoday.net/stories/3356530/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://static.twoday.net/icon.gif">
    <title>die geistige heimat</title>
    <url>http://static.twoday.net/icon.gif</url>
    <link>http://diegeistigeheimat.twoday.net/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://diegeistigeheimat.twoday.net/stories/3356530/">
    <title>Eine Viertelstunde Unendlichkeit</title>
    <link>http://diegeistigeheimat.twoday.net/stories/3356530/</link>
    <description>Die geistige Heimat / Folge 1&lt;br /&gt;
www.diegeistigeheimat.twoday.net&lt;br /&gt;
BR - Nachtstudio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Intro-Musik: Dusty Springfield Windmills of your your mind; nach 51 (beim Refrain) ausblenden; darüber der Text *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1	Heimat ist keine Landschaft. Keine Landschaft, in der die Herzen schlagen oder die Hüte hängen. Heimat ist die Gemeinschaft der Gefühle. Die institutionalisierte Gemeinschaft der Gefühle ist die Nachricht. Am besten die Nachricht von bleibendem Wert. Diese allerdings sind rar und nicht immer auf Anhieb zu erkennen. Und erst aus vielen Nachrichten bildet sich das fiktive Gebilde einer geistigen Heimat. &lt;br /&gt;
2	Die geistige Heimat ist ein Stahlhelm aus sanften Gefühlen. Etwas, das Sicherheit verschafft, aber andererseits aus nichts festem besteht. Die geistige Heimat richtet sich nicht von selber ein. Sie ist ein dynamisches Konstrukt wichtiger Ereignisse, die sich erst in der Rückschau zu so etwas wie der intellektuellen Scholle entwickeln. &lt;br /&gt;
1	Diese Ereignisse gehören zunächst zu jener besonderen Form des kollektiven Vergessens, die man Nachricht nennt. Eingebettet in einen steten Strom von Geschehnissen, aus denen etwas kleines, persönliches ebenso wie das welthistorisch Bedeutende herausragen kann.&lt;br /&gt;
A	Was aber ist es, was da herausragt?&lt;br /&gt;
1	... fragt unser Kolumnist, der uns - da er ständig in der Welt als Korrespondent des Geistigen unterwegs ist - heute wie in Zukunft per Telefon zugeschaltet ist.&lt;br /&gt;
2	Fern der realen Heimat nur in der geistigen gründend. Wo ist er gerade!&lt;br /&gt;
2	Moment. .... Hallo Kolumnist?&lt;br /&gt;
A (per Telefon) ja, Ammer.&lt;br /&gt;
2	Wo geschätzter Kolumnist, stören wir dich?&lt;br /&gt;
A	Fern der Heimat in einem Hangar für alte Fluggeräte. &lt;br /&gt;
1	Die Frage ist: Was bleibt vom vergangenen Vierteljahr. Los, wir haben nur noch eine Viertelstunde Zeit.&lt;br /&gt;
2	Eine Viertelstunde Radio für die Ewigkeit der Gefühle. Der Alltag im Angesicht der Unendlichkeit. Weltgeschichte im Test. Wir vergeben bis zu fünf Ewigkeitspunkte an die größten Ereignisse des letzten Vierteljahres.&lt;br /&gt;
A	Wir gehen zurück!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1	Wir beginnen T minus 4. Das letzte Ereignis, mit dem der Erdball seine eigene Geschichte schreibt, liegt exakt 4 Tage zurück. 4 Tage vor diesem Nachtstudio. Es war eine gute Nachricht. &lt;br /&gt;
2	Die Boulevardzeitungen vermelden in Berufung auf einen noch geheimen dritten Teil eines Berichtes des Weltklimarates der UNO, dass die Welt im Jahre 2020 mit einiger Wahrscheinlichkeit dem Untergang entgegengehen wird. Pole weg, Meere hoch, Menschen siechend ... wenn, ja wenn bis ins Jahr 2020 keine Klimawende geschafft sein sollte. An diese wiederum will auf diesem Planeten niemand glauben - nicht einmal der unermüdliche Al Gore. &lt;br /&gt;
1	Eine gute Nachricht ist das deshalb, weil unsere Generation nun nicht mehr ohne Perspektive vom Weltuntergang ausgeschlossen ist. Der Weltuntergang wird nicht ...&lt;br /&gt;
2	- wie schlechtgelaunte Astronomen uns weiß machen wollen - &lt;br /&gt;
1	...  in hunderten von Millionen Jahren durch Supernova-Bildung ohne unser Beisein passieren, sondern sozusagen biographisch sozusagen an der nächsten Hausecke. &lt;br /&gt;
A	Überleben soll sich wieder lohnen.&lt;br /&gt;
1	Ein geradezu idealer Zeitpunkt ist 2020 für die schon verloren geglaubte 68er-Generation, die im Alter nur erlebt hätte, wie ihre Rente nicht reicht. Plötzlich hat diese Generation ein eschatologisches Ziel vor Augen. Ein einmaliges Erlebnis am Lebensende. Alle die wir jetzt leben, werden in Hinblick auf die Weltgeschichte wichtig sein und nicht nur etwas, über das diese ungerührt hinweggegangen ist.&lt;br /&gt;
2	Und nach uns die Sintflut. Herr Kolumnist, bitte schreiten Sie zur Bewertung für dieses Ereignis. Was bedeutet es für unser geistiges Heimatgefühl? Die geistige Heimat verleiht für den 2020 bevorstehenden Weltuntergang ... na Herr Kolumnist?&lt;br /&gt;
A	 Die Höchstnote von 5 Punkten für die Ewigkeit&lt;br /&gt;
1	Wir freuen uns schon jetzt auf 2020. Nur ...&lt;br /&gt;
A	... an das Datum glauben glaube ich persönlich nicht so recht.&lt;br /&gt;
2	Der Weltuntergang aber wird - unabhängig von Zeitpunkt - für alle Zeit bestehen bleiben. In Zukunft nicht nur als Zielpunkt und Konstante unseres Denkens, sondern als gelebter Alltag, als Folklore. Der Weltuntergang ist die höchste Form des Kunstgewerbes.&lt;br /&gt;
1	Wir gehen zurück ....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2	Wir gehen zurück. T minus 23. Es war ein Sonntag Abend und es war in Köln. Deutschland, unsere Ball spielende Nation wurde doch noch Weltmeister. Zum ersten Mal seit 29 Jahren. Leider nur im Winter ...&lt;br /&gt;
1	... der allerdings kein Winter war, vergleiche oben den Weltuntergang ...&lt;br /&gt;
2	... und leider nur im Handball. Aber wenigstens im eigenen Land und damit war der Rest erst einmal egal. Aber was, Herr Kolumnist, bedeutet das für die Ewigkeit?&lt;br /&gt;
A	Ein Weltuntergang war das nicht.&lt;br /&gt;
1	Ball ist nicht gleich Ball und Hand nicht gleich Fuß. Trotzdem: Herrn Klinsmanns im Sommer ausgegebene Devise, die Polen Durch die Wand zu knallen wurde auch von den deutschen Handballern getreulich befolgt. Sie gewannen das Finale gegen Polen ungefährdet 29:24 und durften dann ungestraft Burger-King Kronen tragen und Schnauzbärte, vor denen es uns sonst zu Recht graust, in die Kameras halten. Wir fragen: Hat das Ewigkeitswert? Hallo, Herr Kolumnist?&lt;br /&gt;
A	Freundlich ausgedrückt: Man kann darüber streiten.&lt;br /&gt;
2	Dagegen spricht allein schon die Tatsache, dass in 2 Jahren die nächste Weltmeisterschaft im manuellen Ballspiel stattfindet. &lt;br /&gt;
1	Weiters der Umstand, dass das Finale eingebettet wurde in den  für den Rest unserer Republik  nur schwer erträglichen Kölner Karneval, samt Stumpfsinnswitzen, Kampfgejohle und Höhner-Blödmusik. Das darf nicht wichtig sein.&lt;br /&gt;
2	Für eternale Bedeutung spricht allerdings die Vorgeschichte dieses Finales, also das Halbfinale: Dort hatte Deutschland, beziehungsweise die deutsche Nationalmannschaft ein Spiel gegen die französische Republik, beziehungsweise deren Mannschaft, in der bis dahin deutschen Gemütern gänzlich unbekannten Tatsache einer zweiten Verlängerung, nicht nur mit den deutschen Tugenden, &lt;br /&gt;
1	nein! sondern vor allem auf Grund einer falschen Schiedsrichterentscheidung gewonnen. Ein alles entscheidender Vorteil war den Franzosen nicht gewährt worden. Diese sprachen darauf hin von Betrug und die Deutschen fühlten sich wie kleine Italiener, also wie mondiale Gewinner.&lt;br /&gt;
A	Ein Quantensprung des Nationalgefühls.&lt;br /&gt;
2	Unser Kolumnist allerdings bleibt dabei: Der Weltmeistergewinn der deutschen Handballnationalmannschaft erbrachte ...&lt;br /&gt;
A	... einen kümmerlichen Punkt im Hinblick auf die Unendlichkeit. Allerhöchstens!&lt;br /&gt;
1	Und den gibt es nicht für das Ereignis selbst, sondern nur für das, was wir daraus lernen konnten. Nämlich: Nicht das man Weltmeister wird, ist wichtig, und nur bedingt wie. Wichtig ist allein, dass es eigentlich egal ist, ob man es ist oder nicht. Oder wie der Westdeutsche im Karneval gerne sagt: &lt;br /&gt;
2	Mainz bleibt Mainz.&lt;br /&gt;
1	Wir gehen weiter zurück. Und es wird ernst.&lt;br /&gt;
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *&lt;br /&gt;
2	T minus 39. Auf offener Straße wird in Istanbul, der schönsten und hippsten aller Städte, der populäre türkisch-armeinische Journalist Hrant Dink durch mehrere Kopfschüsse von einen Türkischen Nationalisten erschossen. &lt;br /&gt;
1	200.000 Türken folgen seinem Sarg. Sie rufen: Wir alle sind Hrant Dink. Ein Zeichen der Hoffnung. Hrant Dink hatte schon öfters Todes-Drohungen erhalten, es aber abgelehnt unter Polizeischutz zu leben. &lt;br /&gt;
2	Andererseits hatte der selbe Staat, der ihm Polizeischutz gewähren wollte, ihn im vergangenen Jahr wegen Beleidigung des Türkentums zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Amnesty International erläutert, das türkische Gesetze, Regierungsmitarbeiter und Armeeangehörige... Zitat:&lt;br /&gt;
1	... eine Atmosphäre schaffen, in der gewalttätige Angriffe stattfinden können.&lt;br /&gt;
2	Zitat ende. Unser Kolumnist hingegen ist gerade aus Istanbul zurückgekehrt, wo er zu später Stunde in einer Kneipe folgendes trunkene Gespräch aufzeichnen konnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuspielung O-Ton Trunkene Runde in Istanbul (135)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1	Von dieser trunkenen Runde läßt sich vielfältiges lernen:&lt;br /&gt;
2	Erstens: Man lebt und feiert noch in Istanbul.&lt;br /&gt;
1	Zweitens: Die Intelligenz in der Türkei ist tief betroffen.&lt;br /&gt;
2	Drittens: In diesen türkischen Köpfen, benebelt von Rake und betäubt von der Ohnmacht tobt der schlimmste Kampf des menschlichen Geistes: Dieser fragt sich nämlich, ob er das, was er sich so denkt und was er glaubt auch in Gemeinschaft denken und glauben kann. Ob er es öffentlich formulieren kann. &lt;br /&gt;
1	Nein, lautet die Antwort. Nein: Aus Angst vor dem Mob. Nein, weil alles Wahre, Unverstellte, unvorsichtig Dahergelallte, das in Instanbul derzeit nur noch zu später Stunde gedacht werden kann, erstickt wird von einer tumben Drohung des sinnlosen Todes.&lt;br /&gt;
2	Oder weniger pathetisch ausgedrückt: es steht zu befürchten, dass die Morde an liberalen Publizisten sich in Ewigkeit fortsetzen. jetzt in der Türkei, später anderswo. &lt;br /&gt;
1	Und Angesichts des Todes weigert sich die geistige Heimat Punkte zu vergeben und bewahrt das Gedenken. &lt;br /&gt;
2	Wir sind alle Hrant Dink.&lt;br /&gt;
1	Wir sind alle Hrant Dink.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* orientalische Musik: Chronomad, Do, darüber nach ca 15 *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2	Und damit zu einem anderen historischen Ereignis, das nur einen einzigen Tag früher stattgefunden hat. Es passierte etwas, das so noch nie geschehen ist . Wir schreiben T minus 40. Es ist ein stinknormaler Donnerstag in der bayrischen Weltmetropole, als der mit weißem Haar umkränzte Ministerpräsident des Landes dem Wunsch einer relativ gut aussehenden, rothaarigen Frau aus Franken nachkommt und seinen Rücktritt noch in diesem Jahr ankündigt. Einfach so.&lt;br /&gt;
A	Das hätte ich nicht gedacht.&lt;br /&gt;
1	... erinnert sich unser Kolumnist und ist immer noch etwas sprachlos.&lt;br /&gt;
2	Wo aber im Angesicht der Ewigkeit die Gefahr des Vergessen-Werdens täglich wächst, da wächst das Rettende auch. Denn sofort bildeten sich überall im weltweiten Netz Seiten, in denen der größten Szenen aus dem Leben des Patriarchen gedacht wurde. Sogar die bayrische Landtags-SPD richtete auf ihrer Internetseite eine Sammlung von Stoibers gestammelten Werken ein. Eine große Geste der Versöhnung.&lt;br /&gt;
1	Ich nehme unseren Kolumnisten vorweg. Das wird bleiben.&lt;br /&gt;
A	Dem ist nichts hinzuzufügen.&lt;br /&gt;
1	5 von 5 möglichen Sternen erhält der angekündigte Rücktritt des bayrischen Ministerpräsidenten. &lt;br /&gt;
2	Diese Aktion bleibt für die Ewigkeit. Es gibt der Hoffnung neue Nahrung, das unser Landes auch in Zukunft das seine zur Weltgeschichte beitragen wird.&lt;br /&gt;
1	Aber wir, wir gehen weiter zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1	War noch was? Vielleicht gar im letzten Jahr?&lt;br /&gt;
2	T minus 59. 30. Dezember 2006. Im unchristlichen Land Irak wird  nicht ohne Duldung einer Armee, die sich auf das Christentum beruft - der einstige Diktator Saddam Hussein hingerichtet. Was die offiziellen Berichterstatter mit einer gewissen Rest-Scham verschweigen, ist der Moment der Hinrichtung selbst. Er geht als inoffizieller Handyfilm um die Welt.&lt;br /&gt;
1	Offenbar wurde hier nur eines: der reale Tod ist gleichzeitig als Zielpunkt und Leerstelle jeglicher Nachricht. Ansonsten nur Sinnlosigkeit. Dem Tod als Lösung eines Konfliktes wurde zum Millionsten Mal die Quittung ausgestellt. Die Rechnung wird zahlen, wer eine Schuld damit ahnden wollte.&lt;br /&gt;
2	Eine große Macht will Schicksal spielen oder Geschichte schreiben und radiert sich selber als moralische Instanz aus.&lt;br /&gt;
1	Herr Kolumnist, sie sind gefragt?&lt;br /&gt;
A	Darüber sollte man schweigen, sich stumm schämen. &lt;br /&gt;
2	Also kein Stern.&lt;br /&gt;
A	Kein einziger.&lt;br /&gt;
1	Aber wir gehen weiter zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2	Und schon beginnt sich unsere Erinnerung zu lichten. Kaum noch wissen wir, was am Tag T minus 78 geschah, als zum ersten Mal eine Maschine den Menschen auf seinem ureigenen Terrain, dem Denken, besiegte. Ein Schachcomputer, der von denkenden menschlichen Wesen ausgerechnet auf den idiotischen Namen Deep Fritz getauft worden war, besiegte in der Bonner Kunsthalle den amtierenden Schachweltmeister Wladimir Kramnik mit 4:2. Silizium besiegt die Kohlenstoffverbindung Mensch. Unser Kolumnist, das denkende Wesen, es denkt sich:&lt;br /&gt;
A	Na und?&lt;br /&gt;
2	Das liegt daran, dass unser Kolumnist schon lange nicht mehr intelligent genug war, auch nur den schwächsten Schachcomputer zu besiegen. &lt;br /&gt;
1	Vier Jahre zuvor war die Partie noch unentschieden ausgegangen. Die geistige Heimat verleiht für dieses zwar einmalige, aber irgendwie erwartete Ereignis&lt;br /&gt;
A	2 von 5 Unendlichkeitspunkten.&lt;br /&gt;
1	... und wir gehen weiter zurück im vergangenen Vierteljahr bis zum Tag T minus 89, an dem die NASA verlauten ließ, man habe Wasser auf dem Mars gefunden. Die Kohlenwasserstoffverbindung Mensch träumt sich ins All hinein.&lt;br /&gt;
A	... endlich ...&lt;br /&gt;
1	... befindet unser fast schon verdursteter Kolumnist. Er kann sich allerdings lebhaft erinnern, dass die gleiche Nachricht schon ein paar mal, nämlich im März 2004 und im Juni 2000 um die Welt ging. &lt;br /&gt;
2	Die Sensation-Es-gibt-Wasser-auf-dem-Mars-Medung ist ein Zombie der Wissenschaft. Ein Widergänger der kosmischen Ratlosigkeit, ein Untoter der menschlichen Einsamkeit. Denn Wasser bedeutet anders als denkendes Silizium mögliches Leben. &lt;br /&gt;
1	Und diesmal sind es nicht nur irgendwelche Spuren von ehemaligem Wasser, oder eventuell vereiste Polkappen oder etwaige Algen in Gesteinsresten, sondern richtig echtes, fließendes Wasser, das sich dort oben im großen Roten in Lauf der letzten sieben Jahre in einem kleinen roten Krater gezeigt haben soll - sagen jedenfalls amerikanische Wissenschaftler&lt;br /&gt;
2	Sie betreiben damit nichts anderes als die Mobilmachung einer ganzen Welt. Die Wiedererrichtung eines hier unten auf der Welt in Trümmern liegenden romantischen Naturbildes auf einem fernen Planeten. Gerade daran, das diese Renaissance der Romantik in kosmischen Dimensionen mit größter technologischer Kraft und finanziellen Höchstleistungen voran getrieben wird, kann man ermessen, wie einsam der Menschen sich wirklich fühlt.&lt;br /&gt;
2	Als alter Karl May Leser, der sozusagen an die Wassersuche in intellektuellen Wüsten von Kindesbeinen an gewöhnt ist, vergibt unser Kolumnist  objektiv betrachtet vielleicht etwas hoch gegriffen - an die NASA ...&lt;br /&gt;
A	... drei Punkte für die auf dem Mars entdeckte Wasserstoffverbindung ...&lt;br /&gt;
2	...denn bereits  Winnetou wußte, das es ein Leben retten kann auf unwirtlichem Gebiet, eine geheime Quelle zu kennen.&lt;br /&gt;
1	Aber wir tun, was Kamele nicht können, und gehen weiter zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Musik Chronomad, Shish, darüber nach dem Akzent *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1	Zurück bis an den äußersten Rand des vergangenen Vierteljahres. T minus 90 folgende.&lt;br /&gt;
2	Mehr als 90 Tage vor unserer Zeit. Genau ein Vierteljahr ist es her. Die Welt ist geeint. Geeint von einer Diskussion über ein bis dahin völlig unbekanntes chemisches Element. Ein Exilrusse, an dessen Namen wir uns heute schon nicht mehr erinnern ...&lt;br /&gt;
1	Er hieß Alexaner Lewtinjenko&lt;br /&gt;
2	Dieser russische Ex-Geheimagent war in London mit dem radioaktiven Element Plutonium 210 vergiftet worden. Aufgebahrt mit versagendem Blick, kahlem Kopf und angeschlossen an offensichtlich nicht mehr lang das Leben erhaltende Geräte, klagte er von einem Londoner Krankenhausbett Russland des Mordes an sich selbst an&lt;br /&gt;
A	Weiß das noch jemand?&lt;br /&gt;
2	In diesen Tagen vor Vierteljahresfrist lernten wir alles über das eigentümlich strahlende und giftige Element Plutonium 210. Eine Welt umspannende Verschwörung spielte sich in den Schlagzeilen ab. In Flugzeugen wurde das hochgiftige Element allüberall aufgespürt. Eine Halbwertszeit gewordene Verschwörung wurde um die Welt gekarrt. Für uns nachrichtendienstliche Endverbraucher spekulierten die Zeitungen schon mal über die Kosten dieses fantastischen Tötungsmittels. &lt;br /&gt;
1	Die englische Presse kam zu dem Schluß, dass eine tödliche Dosis Plutonium 210 auf dem Weltmarkt 300.000 Euro kosten würde. Die New York Times hingegen behauptete pragmatisch, man könnte das Zeug für 22.50 Dollar plus Steuern im Versandhandel bestellen.&lt;br /&gt;
1	Unser Kolumnist hingegen ist sich nicht sicher, ob dieser Streit im Laufe des letzten Vierteljahres entschieden werden konnte. Sicher ist er sich allerdings, dass die anfängliche Hysterie, mit der damals nach dem Mörder Litwinenkos weltweit und in allen Flugzeugen gefahndet wurde, inzwischen reichlich nachgelassen hat. Und deshalb vergibt er an diese Weltereignis am Rande des Vergessens ...&lt;br /&gt;
A	... nur einen mageren Punkt ...&lt;br /&gt;
2	... und freut sich schon auf das nächste Viertel Jahr Anteil an der Unendlichkeit.&lt;br /&gt;
1	Für das vergangene Vierteljahr ergibt sich folgendes Ergebnis. Für insgesamt 7 Ereignisse, von denen eines außerhalb der Wertung lag, wurden 1 Ewigkeitspunkte vergeben. Das ergibt einen Durchschnitt von knapp über 2,5. &lt;br /&gt;
2	Das wissenschaftliche Resümee im Angesicht der Unendlichkeit besagt:&lt;br /&gt;
A	Es war ein eher durchschnittliches Vierteljahr. &lt;br /&gt;
1	The best is yet to come.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Outro-Musik Kings Sisters Ende (Die letzten 33) von Windmills of your your mind *</description>
    <dc:creator>ammer</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://diegeistigeheimat.twoday.net/topics/Sendung+v.+27.2.07&quot;&gt;Sendung v. 27.2.07&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ammer</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-23T09:48:00Z</dc:date>
  </item>


<textinput rdf:about="http://diegeistigeheimat.twoday.net/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://diegeistigeheimat.twoday.net/search</link>
</textinput>


</rdf:RDF>
