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Dienstag, 1. Mai 2007

karlsruhe wird zur wüste: ein april wie noch keiner war

Zuletzt habe es im April des Jahres 1800 wahrscheinlich höhere Durchschnittstemperaturen gegeben als in diesem Jahr, meldete der Wetterdienst Meteomedia. Die Werte von damals seien allerdings nur vereinzelt überliefert und nicht so genau wie heute. Indes steht fest, dass der April 2007 gleich mehrere Rekorde seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901 bricht: So trocken, so warm und so sonnig war es in diesem Zeitraum noch nie.

Die Mitteltemperatur für ganz Deutschland werde wahrscheinlich bei knapp 12 Grad liegen. Bisher hatte der April 1961 mit 10,6 Grad den Rekord gehalten. Im Nordosten Deutschlands lagen die Temperaturen etwa 4 Grad über dem langjährigen Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990, im Südenwesten waren es sogar 5 Grad. Bemerkenswert seien vor allem die hohen Durchschnittswerte und nicht die absoluten Höchststände. Einen Rekord stellt die Trockenheit dar, die an manchen Orten extreme Ausmaße annimmt: In Karlsruhe gab es im gesamten April keinen Regen. Dafür schien die Sonne mit etwa 350 Stunden gleich doppelt so lange wie im Schnitt.

die fachhochschule jena sieht es so:
"Schon vor Monatsende war immer wieder zu lesen, dass der April 2007 der trockenste, wärmste und sonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen werden würde. Bereits Anfang des Monats setzte uns blühender Löwenzahn in Erstaunen und die häufig anzutreffenden Rapsfelder zeigten schon einen gelben Schimmer. Die Apfelblüte, die für Meteorologen den sogenannten "Vollfrühling" einläutet, begann in unserer Region um den 19.April. Der Deutsche Wetterdienst gibt als mittleres Eintrittsdatum für die letzten 15 Jahre in Thüringen den 1.Mai an. Die vorherrschend milde Witterung mit einem Maximum der Lufttemperatur von 26,7°C am 16.April wurde zweimal durch kältere Luftmassen aus nordöstlicher Richtung unterbrochen. Am 5.4. wurde mit -1,3°C sogar noch einmal Frost registriert. An den Ostertagen war die Luft noch relativ kühl. Auch am Ende der dritten Woche gab es bei klaren Himmel mehrmals Reif. Insgesamt war der Monat mit 12,4°C jedoch knapp vier Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die fehlenden Wolken und der andauernde Sonnenschein führten an manchem Ort schon zu sehr sommerlichem Treiben und lockten die ersten Mutigen zum Bade. Doch bei aller mediterraner Begeisterung stimmte die Trockenheit auch bedenklich. Die mageren 5 mm Niederschlag verteilten sich auf zwei Tage, den 3. und den 24. April. Normalerweise ist im April an jedem zweiten Tag mit Regen zu rechnen. Bisher wurde an der Fachhochschule für den Februar 2003 mit 7 mm die geringste Niederschlagssumme registriert. Mit 154 kWh/m² lieferte das Pyranometer auch für die Globalstrahlung eine außergewöhnliche Monatsbilanz. Im Jahre 2004 wurde dieser Wert nicht einmal in den Sommermonaten erreicht."

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